Selbsthilfe

Mittlerweile gibt es viele Beweise für den gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Nutzen der Selbsthilfegruppen: Umfragen und Studien haben gezeigt, dass Mitglieder von SHGs gesünder sind, eine bessere Lebensqualität haben, seltener ärztliche Hilfe benötigen und mit weniger Krankenhausaufenthalten auskommen.

Viele Patienten haben allerdings Ängste und falsche Vorstellungen im Hinblick auf Selbsthilfegruppen: Sie fürchten, dass es ihrem Ruf schaden könnte, sich im Rahmen einer solchen Gruppe zu „outen“, haben Angst, zu viel Negatives über den Verlauf ihrer Erkrankung zu erfahren, oder den Verdacht, dass die Krankheit durch die Mitgliedschaft in einer SHG zum Mittelpunkt ihres Lebens werden könnte. Sie haben keine Vorstellung davon, wie eine solche Gruppe arbeitet. Und natürlich kostet es viele Menschen auch erst einmal Überwindung, Hilfe anzunehmen, weil sie das – bewusst oder unbewusst – als Eingeständnis werten, ihre Erkrankung nicht selbstständig bewältigen zu können.

Wir werden in dieser Rubrik immer wieder über die Arbeit einzelner Selbsthilfegruppen berichten und hoffen, auf diese Weise mehr Menschen bewegen zu können, sich einer SHG anzuschließen.

Adressen von Selbsthilfegruppen in Ihre Nähe finden Sie im Service-Bereich unter der Rubrik Selbsthilfegruppen .

(Un)Abhängige Patientenberatung oder manipulierte Information?

Verfasst von Gast am 10. Juli 2013 - 7:39

Presseinformation
Nr. 17/2013
Berlin/ Worms, 09.07.2013

Nach § 65b Sozialgesetzbuch V fördert der Spitzenverband Bund der Krankenkassen Einrichtungen, die Bürger, Verbraucher sowie Patienten in gesundheitlichen und gesundheitsrechtlichen Fragen qualitätsgesichert und kostenfrei informieren und beraten, mit dem Ziel, die Patientenorientierung im Gesundheitswesen zu stärken und Problemlagen im Gesundheitssystem aufzuzeigen. Diese Funktion wurde der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) übertragen.
Für alle Lebensbereiche gilt schon jetzt und auch in der Zukunft: „Ohne Daten ein Dilemma“. Das betrifft die privaten Belange des Bürgers und erst recht alle Unternehmen und die gesamte öffentliche Verwaltung. Nur im Bereich des Gesundheitswesens leisten wir uns den Luxus, in allen Bereichen der stationären und ambulanten Versorgung, Behandlung und Betreuung riesige Datenfriedhöfe anzulegen. Unmengen von Daten liegen in einzelnen Verantwortungsbereichen – bei den Krankenkassen, den Krankenhäusern, den ambulant tätigen Ärzte, den Einrichtungen der Pflege, den Gesundheitsämter. Und jeder erhebt und pflegt für sich alleine. Ein Zusammenspiel dieser Datenbestände existiert nicht.

Die Arbeit des Arztes ergänzen

Verfasst von WW am 21. Juni 2012 - 10:42
Die Selbsthilfe entstand erst gegen Ende des letzten Jahrhunderts. Es brauchte Zeit, bis chronische kranke Menschen bereit waren, sich in der Öffentlichkeit zu ihrer Krankheit zu bekennen. Man schätzt, dass es heute in Deutschland um die 100 000 Selbsthilfegruppen gibt. Der mündige Patient will heutzutage eine aktive, eigenverantwortliche Rolle spielen. So tun sich chronisch Kranke und Behinderte in Gruppen zusammen, um dort ihre Erfahrungen mit der Krankheit und Therapie auszutauschen und sich gegenseitig zu beraten. Die Leistung der Selbsthilfegruppen ist inzwischen als eine wichtige Ergänzung zum professionellen Gesundheitssystem anerkannt. Wir sprachen mit der Leiterin der Selbsthilfegruppe „Frauen nach Krebs“ in Esslingen, Isolde Stadtelberger.